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Fotos: Klaus-Peter Schleicher | Hilfe |
Geologische und
tektonische Entwicklung von Mauritius
Die Insel Mauritius liegt im Indischen Ozean etwa 900 km östlich von Madagaskar.
Sie hat eine Fläche von 1.865 km² bei einer Länge von 65 km und einer
Breite
von 47 km. Sie gehört zur Inselgruppe der Maskarenen, zusammen mit ihrer
circa 180 km entfernten Nachbarinsel Reunion. Die Bildung beider Inseln basiert
auf
Vulkanismus durch einen Hot Spot. Dabei werden heiße basaltische Magmen aus
dem Erdmantel nach oben in die Lithosphäre transportiert. Beim Lavaaustritt
im
marinen Bereich entstehen Seamounts, die beim Wachstum über den Meeresspiegel
hinaus zu Inseln werden. Durch die tektonisch verursachte Bewegung der
Lithosphärenplatte
übe rden ortsfesten Hot Spot hinweg werden Inselketten gebildet, wie die
der Maskarenen. Mauritius begann vor 10 Mio. Jahren auf einer
Unterwasserplattform
als Schildvulkan zu wachsen. Dies geschah in vier Phasen (siehe Abb.)Die
älteste Phase stellt die so genannte Brekkzien-Serie dar, die im
Zeitraum
von10 bis 5 Mio. Jahren vor heute gebildet wurde. Vor etwa 8 Mio. Jahren
tauchte Mauritius dann aus dem Meer auf. Vor 7,6 bis 5 Mio. Jahren folgte
die
Alte Lava Serie, die ebenfalls einen Vulkanschild formte. Daran schloss
sich eine 1,5 Mio. dauernde destruktive Phase an, während der die Erosion
angreifen und das
Relief formen konnte. Zwischen 3,5 und 1,7 Mio. Jahren
vor heute bildete sich die Frühe Lava Serie und schließlich folgte die Rezente
Lavaserie. Diese kann noch unterteilt
werden in die mittlere Serie, die vor
0,7 bis 0,5 Mio. Jahren entstand, und die jüngste Serie, die vor 100.000
Jahren bis 20.000 Jahren gebildet wurde. Danach erlosch die
vulkanische Tätigkeit
auf Mauritius. Die Frühe Lavaserie und die Rezente Lavaserie bildeten keine
vollständigen Schichtvulkane aus, sondern füllten die älteren Negativformen
auf.
Die verschiedenen Aktivitätsphasen waren immer wieder durch Ruhephasen
unterbrochen, in denen es zu intensiver Erosion kam. In den jüngsten
vulkanischen Serien
wurde Lava aus 26 Kratern entlang einer Nord- Nord-Ost
-- Süd-Süd- West-Achse (Grand Bassin, Trou aux Cerfs, Curepipe Point,
Bar le Duc, L'Escalier, Forbach Hill)
gefördert. Noch heute sind Reste
der Förderschlote erkennbar, wie Trou aux Cerfs. Das Gestein, das bei
dem Vulkanismus hauptsächlich auftrat,
war Basalt in unterschiedlicher
Variation.