Das schottischen Hochland |Fotos von
Klaus-Peter Schleicher | Hilfe
Whisky
-- Das Wasser des Lebens
Single Malt Scotch Whisky ist eine besondere Flüssigkeit. Sie
gehört zur schottischen Kultur wie der Haggis oder das Porridge.
Ein Whisky ist immer ein Kind seiner unmittelbaren Umwelt,
des Salzgehaltes der Luft, der Minerale des frischen Quellwasser,
des Gesteins oder des Moores durch das es fließt und natürlich
der Torf, mit dem das Feuer zum rösten der Gerste geschürt
wird.
Kein anderes hochprozentiges Landesgetränk bietet
eine solche Vielfalt an Farbe, Duft, Geschmack
und Abgang. Es gibt Whiskys,
die sind süß, salzig, torfig, trocken, leicht,
fruchtig, schwer, spritzig, alles zusammen oder
von all dem nichts. Auch viele Bezeichnungen
gibt es für dieses Getränk. Es ist das "Wasser
des Lebens", das "aqua vitae" des Lateiners. Gälisch
nennt man es "uisge beatha" oder "usquebaugh".
Daraus entstand irgendwann "Whisky". Der gebrannte Gerstensaft
kommt in diversen Qualitätsstufen daher, die Bezeichnung "Single
Malt Whisky" steht für den oberen Abschnitt dieser Skala: "Single" zeigt
an, dass der Whisky nur in einer ganz bestimmten Brennerei hergestellt
und nicht mit anderen Whiskysorten verschnitten wurde. "Malt»
weist auf die Rohstoffe hin; nicht irgendein
Getreide, sondern ausschließlich Gerstenmalz
wird verwendet, mit Wasser versetzt, mit
Hefe vergoren und in einer Brennblase destilliert.
"Scotch" bedeutet, dass dieser Whisky in dem Land gebrannt
und ausgereift ist, dessen Namen er trägt. "Angel's Share" ist
der für Engel produzierte Anteil verdunsteten Destillats, der während
der Lagerung des Whisky aus den Holzfässern entweicht. Dieser Anteil
liegt bei ca. 0,5 bis 2% eines Fassinhaltes pro Jahr. Ein schottisches
Sprichwort behauptet demzufolge, dass Schotten keine Probleme damit
hätten, in den Himmel zu kommen -- sie haben ihr Eintrittsgeld bereits
entrichtet. Ganze Wirtschaftszweige leben in Schottland mit und auch
von diesem Produkt. Whiskyproduktion und -handel schaffen nicht nur
in den Destillen Arbeitsplätze. Hotels, Pubs und sogar Reiseveranstalter
("Do
the Whisky-Trail") verdienen am "uisge beatha". Am
gemütlichsten verköstigt man den Whisky jedoch in einem schottischen
Pub. Unvermeidliches Ziel eines jeden Freundes dieses "Lebenswassers",
dessen Weg ihn an der Westküste Schottlands entlangführt (zu Lande
oder zu Wasser) war und ist die Einkehr in der "Galley of Lorne",
einem Inn, welcher zwischen Lochgilphead und Oban zu finden ist.
Hinter der Theke dieser gemütlichen Bar, die links und rechts von
Kaminfeuern gerahmt wird, stehen volle Regalbretter feinsten Single
Malt Whiskys. Regelmäßig wiederkehrende Reisende beginnen mit einer
Probe aus der Flasche oben links und runden spätere Besuche damit
ab, sich geschmacklich und olfaktorisch bis zum letzten der edlen
Tropfen unten rechts vorzutasten. Ein Vorhaben, dass sich über viele
Jahre der wiederholten Einkehr in der "Galley of Lorne" hinziehen
kann. Hinter dem ehrwürdigen Tresen wirkte dort bis vor wenigen Jahren
der leider inzwischen verstorbene Mr. Samuel Salmon. Sam kannte die
Gewässer vor Schottlands Küste genau so gut, wie er es verstand,
zu jedem Single Malt oder Blended Whisky eine skurrile oder fesselnde
Geschichte zu erzählen. Und der sich weder bei Mensch noch Whisky
von deren Verpackungen blenden ließ ("I'm not going to keep
a bloody empty Whiskybottle").